Abb. :: Emanzipatorisches WC-Schild in einem IKEA-Möbelhaus
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Ein Piktogramm ist ein Bildsymbol bzw. Ikon, das eine Information durch eine stark vereinfachte grafische Darstellung vermittelt. Im Idealfall ist das Piktogramm durch seine Allgemeingültigkeit sprach-, kultur- und bildungsunabhängig. Vor allem im öffentlichen Raum, in Gebäuden und auf Plätzen, im Straßen- und Transportwesen werden Piktogramme in Lenkungs- und Orientierungssystemen verwendet. Beispiele sind WC, Telefon, Bus, Bahn.

AMERICAN INSTITUTE OF GRAPHIC ARTS, gegründet 1914. AIGA ist die älteste und größte Design-Organisation weltweit, sie zählt über 22.000 Mitglieder.

Das standartisierte System, das aus 50 Zeichen besteht, wurde für Flughäfen, Bahnhöfe, andere Verkehrszentren und internationale Großereignisse wie z.B. Olympische Spiele entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Departement für Verkehrwesen (D.O.T.) wurden zunächst alle exitstierenden und gängigen Zeichensysteme aller öffentlichen Einrichtungen weltweit zusammengetragen. Daraufhin wurden von AIGA fünf der leitenden Designer zu einem Komitee zusammengestellt, die auf der Grundlage der gesammelten Symbole und Piktogramme das neue System entwickelten. Die erste Serie, bestehend aus 34 Symbolen, wurden 1974 veröffentlicht, und erwarb einen der ersten Design Awards; 1979 wurde die Serie mit 16 neuen Symbolen vervollständigt.

Das American Institute of Graphic Arts bietet derzeit 50 Zeichen zum kostenlosen Download und zur freien Nutzung an.

Der Wiener Wissenschaftsphilosoph Otto Neurath hat in seiner Eigenschaft als Leiter des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums in Wien und in Zusammenarbeit mit seiner Frau, Marie Neurath, dem Grafiker Gerd Arntz und anderen in den frühen 20er Jahren des 20. Jahrhunderts begonnen, eine Methode zur Darstellung statistischer Zusammenhänge in visueller Form zu schaffen, die Bildpädagogik nach der »Wiener Methode«. Diese beruhte auf Isotype, dem »International System of Typographic Picture Education«. Ihm ging es zunächst darum, soziale Beziehungen in allgemein verständlicher Form sichtbar zu machen.

Als »Minimalschrift für Analphabeten des hektischen Zeitalters« wurden die von Otl Aicher u.a. für die Olympischen Spiele 1972 in München entwickelten Piktogramme von Kritikern zunächst spöttisch bezeichnet.

Ein ausführlicher Text zu Otl Aicher ist in Bearbeitung und wird hier in Kürze zur Verfügung stehen.

Seit 1976 gehören die Rechte an den Piktogrammen der Leuchtenfirma Erco. Zusammen mit Erco entwickelte Otl Aicher die Piktogramme weiter. Heute umfasst das Piktogrammsystem über 700 Zeichen.