streetart
Abb. :: Street-Art
Wettsteinbrücke, Basel
Aufnahme vom 09.12.2009
© andrea hitzler

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Hauseingänge, Brandmauern, Haustore, Verkehrsschilder, Plakatwände, Brückenpfeiler, Automaten, Laternenpfähle, Stromkästen, Bauzäune, Firmen- und Praxisschilder, Regenfallrohre, Gehsteige, Straßenbeläge ... schier unerschöpflich scheint der Vorrat an Trägermaterialien für eine illegale, nicht kommerzielle, nicht autorisierte, selbst finanzierte, subversive, ironische, provozierende oder einfach erheiternde oder informierende Form der Kunst im öffentlichen Raum der Metropolen und Megalopolen des 21. Jahrhunderts.

Existiert er überhaupt noch, der öffentliche Raum? Weltweit wird unsere Wahrnehmung, sobald wir den urbanen öffentlichen Raum betreten, von den Kommunikationsstrategien großer Unternehmen, politischer, religiöser, kultureller oder soziokultureller Vereinigungen mit Botschaften, lauten Farben, Fotografien, Brandings, Melodien, Geräuschen und anderen Informationen so massiv vereinnahmt, dass sie unser Bewußtsein kaum, unser Unterbewußtsein fast ungefiltert erreichen.

Street Art erobert den öffentlichen Raum wenigstens vorübergehend zurück; die Künstler schaffen mit ihren Werken — Stickern, Postern, Schablonenbildern, Installationen u.v.m. — neue Blicke, neue lebendige Orte inmitten der stereotypen Großstadtwelt.

Ausdrücklich ausgenommen von diesem kurzen Abriss über Street Art sind die Werke der etablierten Künstler wie Keith Haring, Andy Warhol, Jenny Holzer, Jean-Michel Basquiat u.a., die in unzähligen Betrachtungen über Konzeptkunst, Pop Art u.ä. ausreichend Erwähnung und Würdigung erfahren und deren Werke längst von den internationalen Kunstmärkten vereinnahmt wurden.

 

Wortschöpfung aus den engl. Wörtern advertisement (Werbung) und to bust (umgangssprachlich für zerschlagen); adbusting bezeichnet das Verfremden, Überkleben oder Umgestalten von Werbung im öffentlichen Raum (Außenwerbung) mit dem Ziel, deren Sinn zu verfälschen oder zu ironisieren (siehe auch Subvertising)

eine bildhafte, oft comichaft vereinfachte Darstellung von Menschen, Tieren oder Pflanzen

cut-outs sind Werke aus Papier, die mit Sorgfalt und Liebe zum Detail gezeichnet oder gesprüht, danach ausgeschnitten und mit Kleber oder Kleister auf geeignete Untergründe geklebt werden. Durch Witterung, Alterung, Übermalung oder Überklebung haben diese Werke eine kurze Lebensdauer bzw. sind einem unaufhörlichen Wandel ausgesetzt.

mit unterschiedlichsten Lichtquellen werden Luftmalereien erzeugt und mit langen Belichtungszeiten im Bild festgehalten

großflächige Arbeiten, häufig in politisch und religiös umkämpften Gebieten wie in Nordirland und im spanischen Baskenland zu finden. Bei uns sind handelt es sich meist um Auftragsarbeiten wie z.B. komplett gestaltete Hausfassaden u.ä.

[frz.] Schablonengraffiti

Graffiti, Bombings, Character, Tags, die auf und über den Dächern der Stadt platziert werden, um von weitem sichtbar zu sein.

[engl. Schablone]; Artworks, die mit Hilfe von Schablonen und herkömmlichen Sprühdosen erstellt werden; die Vorlagen für großflächige Schablonen werden häufig computergestützt angefertigt, das Ausschneiden erfolgt dann aber in mühevoller und oft zeitraubender Handarbeit.

[engl.] Aufkleber; als Sticker werden alle Arten von Aufklebern bezeichent. Sehr beliebt und weit verbreitet sind die zweckentfremdeten Päckchenaufkleber der Deutschen Post. Sticker werden auch sehr häufig kommerziell eingesetzt und sind oft nur auf den zweiten Blick als Werbung erkennbar.

das subtile, d.h. geringfügige Verändern von Werbebotschaften, so dass die Manipulation nicht beim ersten Blick erkennbar ist

ein ziemlich junger Trend innerhalb der Street Art; urban knitter bestricken Hydranten, Telefonzellen, Statuen und andere öffentliche Gegegnstände, damit die Städte freundlicher und bunter werden.